Mein erster Marathon

Nadia

Es war ein Schock als der Freiburgmarathon, der Ende März stattfinden sollte, Mitte März abgesagt wurde. Seit Anfang Dezember hatte ich hart trainiert, um meinen ersten Marathon durchzuziehen zu können. Intervalltraining, Stabilisation des Körpers, kein Alkohol (seit Valentinstag 😉)…

Und wegen Corona war anfangs alles so unsicher. Darf man jetzt weiter Sport machen? In welchem Umfang? 

Da jetzt so etwas wie Alltag eingekehrt war und Sport alleine ausdrücklich erwünscht, beschloss ich kurzfristig (am Wochenende vorher) den Marathon am 1. Mai durchzuziehen. Als Ort hatte ich mir die Talsperre in Nonnweiler ausgesucht, da eine Runde 11 km lang ist und es dort original wie im Kärntenurlaub aussieht. Das Moos und die kleinen Wasserfälle, die Landschaft mit dem See. Traumhaft. Meine Freundin Rita sagte zu, mich mit dem Rad zu begleiten. Christian und Anna-Lena wollten sich um die Verpflegungsstation kümmern und an einer Bank mit Essen und Riegeln warten. Das Wetter war ab 14 Uhr gut gemeldet. Also wurde der Tag so festgelegt.

Vormittags am Veranstaltungstag dann zuerst der Schock: Gewitter ab 14 Uhr und Schauer möglich. Aber ein Sportler kennt kein schlechtes Wetter. Also ging es los, nach kurzer Rücksprache wegen dem Gewitter, aber erst um 14.30 Uhr. 

Die Glückssocken an, die Lieblingslaufschuhe geschnürt und das Finishershirt vom abgesagten Marathon (wurde per Post an die Läuferinnen und Läufer versandt) an und die Regenjacke am Gurt. 

Es lief gut an, dann kamen in der ersten Runde schon kurze Schauer. Aber das machte nichts. Ich bin einfach gelaufen, das Ziel vor Augen.

Nach der ersten Runde an der Verpflegungsstation war das Gejammer schon groß. Es ist kalt, können wir im Auto warten? Also packte Rita Wasser, Riegel und Gel für 2 Runden ein und es wurde verabredet ein Wasser und trockene Kleider an die Staumauer mitzubringen, sobald Runde 3 vorbei war. 

Es find zwischendurch an zu ergeben. In Runde 3 wurden langsam die Beine schwerer, aber ich lief konstant weiter. 

Leider war keiner an der Verpflegungsstation nach Runde 3 und Rita gab mir ihr Getränk und ihre Banane. Sie sagte:“ Die müssen jetzt aber eine gute Ausrede haben“. Kein Netzempfang und somit keinen Kontakt nach außen. Wir liefen dann einfach weiter. Es waren kaum Menschen unterwegs wegen dem schlechten Wetter. Ein Ehepaar gab mit Komplimente, weil ich sie schon zum 2. Mal überholte. 

Bei Kilometer 40 kam ein Radfahrer. Sie werden gesucht von einem Mann an der Staumauer. Er hatte einen Unfall. Er versprach auszurichten, dass wir gleich kommen. Rita sagt:“Oh das ist eine gute Ausrede“. 

Die Beine wurden immer schwerer. Aber das Ziel stand unmittelbar bevor. Der Arm bis zur Staumauer zog sich wie Gummi.

Und dann war es soweit. 45 km. Der erste Marathon geschafft. Stolz wie Bolle.

Rita übergab mir einen Saarstein, den sie unterwegs gefunden hatte als Finishergeschenk. 

Wie gingen zum Auto. Ein richtiger Regenguss kam runter. Alle waren naß bis auf die Haut.

Wegen dem Unfall mussten wir noch auf die Polizei warten. Aber das war egal. Der Stolz auf das Geschaffte hatte gewonnen. Der Polizist gratulierte mir sogar für die tolle Leistung. Es war ein toller Tag, den ich nie vergessen werde. 

Ich danke Rita, Christian und Anna-Lena. 

3 Antworten auf “Mein erster Marathon”

  1. Klasse Nadja, großen Respekt vor dieser Leistung und herzlichen Glückwunsch zum ersten Marathon ❤ ❤ ❤

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